Gesellschaftsbecken für Einsteiger
Lebensraum: Mittelamerikanische Gewässer
Wer in vielen Gegenden Deutschlands hartes Leitungswasser hat, kämpft bei Schwarzwasser-Becken gegen die eigene Wasserversorgung an. Mit Lebendgebärenden aus Mittelamerika dreht sich das um: Sie mögen es hart und alkalisch, das Wasser kommt fertig aus dem Hahn.
Guppys, Platys und Schwertträger vermehren sich zuverlässig — das ist reizvoll, aber auch eine Ansage: Nach wenigen Monaten ist das Becken voller, als geplant. Kläre vorher, wohin der Nachwuchs geht.
- Becken
- ab 112 l
- Maße
- 80 × 35 × 40 cm
- Temperatur
- 24–26 °C
- pH-Wert
- 7–8
Wasserhärte: mittelhart bis hart, 10–20 °dGH — hartes Leitungswasser ist hier ein Vorteil
Schritt für Schritt
- 1
Standort und Becken(vor dem Befüllen)
Ein 80-Zentimeter-Becken auf stabilem Unterschrank, nicht in der Sonne. Steckdose und Wasseranschluss sollten erreichbar sein — Wasserwechsel macht man wöchentlich, nicht einmal im Quartal.
- 2
Bodengrund einbringen(Tag 1)
Kies oder Sand, etwa fünf Zentimeter. Vor dem Einfüllen gründlich spülen, sonst ist das Wasser tagelang trüb.
- 3
Einrichtung setzen(Tag 1)
Steine und eine Wurzel als Struktur, dazu freie Schwimmbahnen. Kalkhaltiges Gestein darf hier ausdrücklich hinein — es hält die Härte oben.
- 4
Bepflanzen(Tag 1)
Robuste Arten, die hartes Wasser vertragen: Vallisneria, Wasserpest, Hornkraut. Dichte Pflanzeninseln sind wichtig, weil Jungfische darin Schutz finden.
- 5
Technik anschließen(Tag 1)
Filter, Heizer auf 25 °C, Beleuchtung acht Stunden. Mehr braucht dieses Becken nicht — CO₂-Anlage und Spezialtechnik sind hier verzichtbar.
- 6
Einfahren lassen(Woche 1 bis 4)
Die Wartezeit gilt auch für einfache Becken. Miss Ammonium und Nitrit; die Nitritvergiftung im frisch besetzten Becken ist die häufigste Todesursache in der Anfängeraquaristik.
- 7
Besatz einsetzen(ab Woche 4, in Etappen)
Erst die Platys, zwei Wochen später Guppys und Panzerwelse. Kaufe von Lebendgebärenden mehr Weibchen als Männchen — sonst werden die Weibchen von der Balz erschöpft.
Besatzplan
PlatyXiphophorus maculatus
6Ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen
GuppyPoecilia reticulata
9Ebenfalls im Verhältnis 1:2 — Männchen balzen unermüdlich
Marmorierter PanzerwelsCorydoras paleatus
8Panzerwelse räumen den Boden, mögen Gesellschaft
- Red Cherry Garnele
Neocaridina davidi
10Garnelen kommen mit den friedlichen Fischen aus
WasserschraubeVallisneria spiralis
6Wächst hoch und bildet schnell Ausläufer
Dichtblättrige WasserpestEgeria densa
10Wasserpest, wächst rasant und bindet Nährstoffe
Raues HornblattCeratophyllum demersum
5Hornkraut, treibt frei — idealer Schutz für Jungfische
Rechne mit Nachwuchs: Ein Guppy-Weibchen bringt alle vier Wochen Junge zur Welt. Ein Teil wird gefressen, aber es bleibt genug übrig. Kläre vorab mit einem Händler oder Verein, wer überzählige Tiere nimmt — sie im Gartenteich oder in der Toilette zu entsorgen, ist weder erlaubt noch vertretbar.
Schwertträger passen ebenfalls in dieses Becken, brauchen aber mehr Schwimmraum. Ab 100 Zentimetern Kantenlänge sind sie eine gute Ergänzung.
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