Fischtuberkulose
Mycobacterium marinum
Schleichende bakterielle Erkrankung mit Abmagerung trotz Fressens — und die einzige verbreitete Aquarienkrankheit, die auch für Menschen relevant ist.
Achtung: auch für Menschen relevant
Mycobacterium marinum kann über offene Hautstellen auf den Menschen übergehen und dort langwierige Entzündungen auslösen („Schwimmbadgranulom“). Arbeite bei Wunden an den Händen nie ungeschützt im Becken — Handschuhe genügen. Bei einer nicht abheilenden Hautveränderung nach Aquarienarbeit die Aquaristik ärztlich erwähnen: Der Erreger wird sonst leicht übersehen.
Woran du es erkennst
Verlauf und Ursachen
Die Erkrankung zieht sich über Wochen bis Monate. Typisch ist ein Tier, das frisst und trotzdem abmagert, sich zurückzieht und dessen Rückenlinie einfällt. Weitere Zeichen können hervortretende Augen, Geschwüre oder eine Verkrümmung der Wirbelsäule sein.
Die Erreger sitzen in inneren Organen. Eine sichere Diagnose am lebenden Tier ist im Hobby kaum möglich — der Verdacht ergibt sich aus dem Verlauf.
Was zu tun ist
Eine erfolgreiche Behandlung ist im Aquarium praktisch nicht möglich. Betroffene Tiere gehören separiert; bei fortgeschrittenem Verlauf ist das schmerzfreie Einschläfern der verantwortungsvollere Weg.
Nach einem bestätigten Fall gilt das Becken als belastet: Einrichtung gründlich reinigen, keine Tiere und keine Pflanzen daraus weitergeben.
Vorbeugen
Neuzugänge in Quarantäne, verendete Tiere zügig entnehmen und Becken nicht überbesetzen.
Zur Einordnung: Diese Angaben beschreiben typische Krankheitsbilder und helfen beim Eingrenzen. Sie ersetzen keine Untersuchung am Tier. Halte dich bei Medikamenten immer an die Dosierung der Packungsbeilage — sie hängt vom Präparat, vom Wasservolumen und vom Besatz ab. Bei unklarem Verlauf oder wertvollem Bestand lohnt der Weg in eine fischkundige Tierarztpraxis.