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Gattung

Acropora

Diese Beschreibung gilt der gattung als Ganzes, nicht einer einzelnen Art. Einzelne Arten darin können abweichen.

Mit gegenwärtig mehr als 190 gültigen Arten ist Acropora die artenreichste aller Steinkorallengattungen. Der Gattungsname ist aus dem Griechischen abgeleitet (grch. akro = hoch, spitz). Tatsächlich wachsen die meisten Arten dieser Gattung mehr oder minder säulenförmig. Sie bilden geweihförmige Stöcke, doch bei einigen Arten oder kissenähnliche Strukturen bilden. Leicht zu erkennen sind die Korallen dieser Gattung an dem Axialkoralliten, der auf der Spitze jedes Astes sitzt. Dieses Merkmal ist bei fast allen Acropora-Arten anzutreffen (Ausnahme sind die Arten der Untergattung Isopora), während es bei nahezu allen anderen Steinkorallen fehlt. Der Axialkorallit erzeugt durch Sprossung seitlich Tochterkoralliten (Radialkoralliten), die an Ort und Stelle bleiben, während der Axialkorallit mit der Astspitze weiter empor wächst. Acropora pulchra gelangte Anfang der 1980er-Jahre als blinder Passagier auf Lebendgestein in das Korallenriffaquarium von Dietrich Stüber in Berlin und entwickelte sich dort überraschend gut. Die vom Berliner Verein für Meerwasseraquaristik in Zusammenarbeit mit Peter Wilkens entwickelte „Berliner Methode" (Dekoration mit Lebendgestein, HQI-Beleuchtung, effektive Abschäumung) hatte so gute Bedingungen geschaffen, dass die bis dahin als nicht aquarienhaltbar geltenden SPS-Korallen hervorragendes Wachstum entwickeln konnten. Bald konnten durch künstliche Vermehrung viele Fragmente erzeugt werden, die an andere Aquarienfreunde abgegeben wurden, und schnell war diese Art als „Stüber-Acropora" bekannt. Der Aquaristikfachhandel bietet inzwischen zahlreiche Acropora- und Montipora-Arten aus der Farmzucht an, sowohl aus Korallenfarmen im Küstenwasser tropischer Länder als auch aus der Produktion von Inlandsfarmen. Oft wird es nicht möglich sein, die Arten sicher zu bestimmen, weil Gestalt und Farbpigmentierung sehr von den Umgebungsbedingungen bestimmt werden, und diese sind in Korallenfarmen und insbesondere im Aquarium nicht immer naturidentisch. Doch eine Artbestimmung ist für die erfolgreiche Aquarienpflege auch nicht wirklich nötig, denn wenn die Korallen aus einer Farmproduktion stammen, ist damit sichergestellt, dass sie schnellwüchsig und robust sind Schädlinge tauchen selten im Aquarium auf. Einer ist der Plattwurm Amakusaplana acroporae, der sich auch im Aquarium vermehren kann, weil seine Larven kein planktonisches Entwicklungsstadium durchleben, während dessen sie durch Pumpen, Abschäumer oder Filter erfasst werden könnten.

Nach: Riffaquaristik für Einsteiger (NTV), S. 217