Gattung · Knallkrebse
Alpheus
Diese Beschreibung gilt der gattung als Ganzes, nicht einer einzelnen Art. Einzelne Arten darin können abweichen.
Knallkrebse gehen eine Lebensgemeinschaft mit Grundeln ein. Bezüglich der Arten sind sie sehr wählerisch. Meist sind es Fische mit einer ähnlichen Körpergröße, oft auch mit einer sehr ähnlichen Körperzeichnung. Die Krebse graben fortwährend an der gemeinsamen Wohnhöhle herum, um im Bodensediment nach Nahrung zu suchen, während die Grundeln vor dem Bau sitzen und auf vorbeitreibendes Plankton warten. Durch die Wachtätigkeit der Grundel kann der Knallkrebs sich auch außerhalb der Höhle bewegen, wobei er jedoch stets versucht, mit einer Antenne Kontakt zum Fisch zu halten. Flieht der Fisch in die gemeinsame Wohnhöhle, dann bemerkt der Knallkrebs dies augenblicklich und zieht sich ebenfalls blitzschnell zurück. Knallkrebse sind sehr ortstreue Tiere, die in Gemeinschaft mit Grundeln leben. Ihr Körper ist garnelenähnlich, lang gestreckt und flach. Sie tragen zwei Scheren, von denen eine stark vergrößert und dazu in der Lage ist, einen scharfen Wasserstrahl zu produzieren - und als Folge des Implodierens einer Unterdruckblase einen lauten Knall. Doch dieser Knall ist nur ein Nebenprodukt. Die Druckwelle bzw. der Hochdruckwasserstrahl ist das Entscheidende, denn damit informiert der Krebs einen Rivalen über seine Körpergröße und -kraft. Mithilfe sensibler Tasthaare auf der Schere misst dieser den Wasserdruck des gegnerischen Scherenschlusses, und anhand der Dynamik dieser Wasserbewegung kann er auf die zu erwartende Größe des Gegners hochrechnen. Ein solcher Kommentkampf vermeidet Verletzungen und funktioniert auch in trübem Wasser. Die Färbung ist unterschiedlich; einige Arten sind plakativ gefärbt (z. B. Alpheus bisincisus oder A. randalli), während andere eher Tarnfarben tragen (z. B. Alpheus bellulus). Im Fachhandel wird meist Alpheus bellulus angeboten, der nicht mit zu kleinen Grundeln (z. B. Gattung Stonogobiops) vergesellschaftet werden soll, sondern z. B. mit Cryptocentrus cinctus. Für kleinere Grundeln eignet sich der ebenfalls kleiner bleibende Alpheus randalli. Am besten erwirbt man im Fachhandel eine bereits harmonierende Gemeinschaft aus Fischen und Knallkrebsen.
Nach: Riffaquaristik für Einsteiger (NTV), S. 292